S. Giacomo in Venezia

Auf meinem Lieblingsplatz spielen immer noch Kinder Fußball, so wie vor 25 Jahren, als ich zum ersten Mal hier war, auch wenn es vermutlich nicht mehr dieselben Kinder sind. Seit jeher lag auf einem der Dächer der Kirche ein Ball und kurz nachdem ich diese Zeichnung gemacht habe, kam eine Hochzeitsgesellschaft vorbei, deren einer auf den Hinweis eines kleinen Jungen am Fenstergitter hinauf kletterte und den Ball herunter fischte. Erstaunlicherweise war noch Luft darin, aber vermutlich war es nicht derselbe Ball wie vor 25 Jahren. Vielleicht aber bleibt die Zeit auch einfach stehen, während ich nicht hier bin. So wird es sein.

Neulich in Venedig

Auch wenn ich Tätowierungen grundsätzlich nicht mag, kann ich gut verstehen, dass sich jemand eine Waffel Gelato auf den Hals malen lässt.

Im Café Westend in Wien

Wie in allen Bahnhofsvierteln der Welt spuckt auch der Wiener Westbahnhof viele schräge Gestalten aus, spült sie die Mariahilfer Straße hinab und damit auch ins Café Westend. Manche kommen offensichtlich von sehr weit her. Wer nach Wien reist und Geld hat, der geht meist in der Kärntner Straße shoppen; wer kein Geld hat, gibt es in der Mariahilfer Straße aus. Dafür bekommt man auch im Café Westend nicht viel, aber was zum Schauen immer.

Im Café Votiv in Wien

Die neogotische Votivkirche ließ Kaiser Franz Josef I. zum Dank für das misslungene Attentat von 1853 errichten. Im nebenan gelegenen Café Votiv gibt es guten Kaffee und wohlschmeckendes Zuckerwerk und man hat einen interessanten Ausblick auf das Zuckerbäckermonstrum, den Sigmund-Freud-Park, den Roosevelt-Platz und die Straße des 8. Mai. Da kommt einiges zusammen, was sicher nicht zusammengehört. Statt in der Hölle muss darum der Attentäter Libényi bis in alle Ewigkeit am Fenster sitzen und darüber sinnieren, was er da angerichtet hat. Ehrlich gesagt: Es gibt Schlimmeres.

Besuch bei Fritz

Fritz war heute sehr cool. Hab ihn a bissl sauber gemacht.

Tschulljung an die Berliner, dass ich nicht Bescheid gesagt habe, aber ich bin auf Klassenfahrt hier und konnte mich nur für einen kurzen Besuch  bei Fritz freimachen. Viele Grüße soll ich ausrichten.

Um künftigen Besuchern die Suche zu erleichtern, habe ich eine Ortsmarkierung gesetzt und die einzig passende Kategorie ausgewählt.

Schabbatfeier

In der Reformsynagoge Beit Daniel in Tel Aviv herrscht eine sehr freundliche und lockere Stimmung, noch mehr als in einem evangelischen Jugendgottesdienst. Während die letzten Gemeindemitglieder eintrudeln, zupft die Rabbinerin die Gitarre. Dann wird viel gesungen und man bleibt in Bewegung, denn hier steht und sitzt man im Wechsel noch öfter als bei den Katholiken. Dafür muss man nicht knien, was sicher gesünder ist. Schön ist auch, dass es nicht nach Weihrauch stinkt und Männer und Frauen nicht getrennt werden. Kinder laufen umher und wer zwischendrin auf die Toilette muss, geht einfach. Ein zweiter Rabbiner liest aus der Tora, verleiht ein Stipendium an einen jungen Mann und stellt der Gemeinde Fragen. Das alles dauert nicht länger als ich für meine Skizze benötige, denn alle freuen sich auf das Essen. Zuvor gibt es aber im Gemeindesaal noch einen kleinen Becher süßen Wein zum Kiddusch. Für die orthodoxen Israelis in unserer Gruppe war der Kulturschock sicher größer als für einen Atheisten wie mich.

Neues von Otto

Liebe Gemeinde,

Ottos Zustand hat sich etwas verbessert und er würde sich über Postkarten freuen.

Viele Grüße!

Neues von Otto und Frage in die Runde

Liebe Gemeinde,

Otto ist heute in eine andere Klinik verlegt worden. Ich konnte Eure Grüße ausrichten und soll sie erwidern. Mehr kann ich vorerst leider nicht vermelden.

Eine Frage in eigener Sache: Da ich am Sonntag schon sehr früh abgereist bin,  bat ich Ulli, meinen Porträt-Streifen mitzunehmen. Er war aber schon nicht mehr da. Weiß jemand, wo er gelandet ist?

Viele Grüße von Tibor

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